Mitteldistanz-WM im englischen Brigg – oder Nägel mit Köpfen, aber wohin?

Die Engländer sind hart im Nehmen. Der Brigg Bomber war schon immer durch das Schwimmen im kalten Wasser berühmt. Deswegen habe ich mit Kerstin die direkte Vorbereitung bereits Anfang März in der Donau angefangen. Das Wasser war damals etwa 8 Grad, 5 Grad kälter als der Ancholme in Brigg letztes Jahr. Nach regelmäßiger Übung kam uns im Mai die 12 Grad „warme“ Donau deutlich erträglicher vor. Gemeinsame Paddeltrainings mit überlangen Distanzen und Intervalltrainigs haben mit Jürgens Begleitung die dreiköpfige Gruppe zusammengeschweißt. Lediglich Kerstins Erkrankung hat bei ihrer Laufvorbereitung Schwierigkeiten bedeutet, sonst waren wir voller Hoffnung und Zuversicht.
Logistik und Reiseplanung waren Kerstins Aufgaben, hat wie immer alles prima geklappt. Typisch englisches Wetter hat uns empfangen, die neugewonnenen englischen Mitbewerber konnten sich nicht oft genug entschuldigen, dass die Sonne nicht schien. Wir haben uns erst mal mit „english breakfast“ gestärkt, und am Nachmittag gab es endlich Regenpausen, in den wir uns die Paddel- und Radstrecke angeschaut haben.
Das Creme de la Creme der englischen und Weltquadrathlonszene hat sich so langsam gesammelt, so langsam stieg die Spannung vor dem großen Tag.

In der Zielgerade habe ich Kerstin noch nie so müde gesehen. Eine starke Frau nach getaner Arbeit. Mit 3:31:12 die siebtschnellste Frau auf der Welt, dritte in ihrer Altersklasse. Die monatelange Vorbereitung hat sich allemal gelohnt. Bei angenehmen Temperaturen und lebhaften Nordwind weiß man schon, wo sie ihre Kräfte gelassen hat.
Man weiß auch wo Stefan seine sämtlichen Schuhe gelassen hat. Zum Teil deswegen gelang seine geplante Titelverteidigung nicht, er kam mit einem großen Sprint zwei Sekunden vor mir auch als Siebter ins Ziel, damit blieb er immerhin schnellster deutscher Quadrathlet. Nach 2:40:27 konnte ich mit meiner Leistung zufrieden sein. Einmal mehr „Vize“ unter den jüngsten Älteren zu sein hat mich auch an meine Grenzen gebracht.

Fast so schwierig wie das Rennen gestaltete sich die Heimfahrt, aber dennoch sind alle heil angekommen. Der erste Saisonhöhepunkt, und das auch gleich auf Mitteldistanz, kam dieses Jahr früh, jetzt heißt es: die Form bis in den Sommer zu retten…

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