Quadrathlon: WQF-Mitteldistanzrennen in Balatonudvari – oder „What a hill!

Zwei Wochen nach Brigg hat uns der ungarische Frühsommer mit hochsommerlichen Temperaturen erwartet. Wassertemperatur 20-21 Grad, Lufttemperatur 35-36 Grad im Schatten – Schatten zumindest auf der Strecke Mangelware 😉 Dafür durften wir uns in jeder Disziplin auf überlange Strecken freuen: 1,8 km Schwimmen, 10 km Paddeln, 43 km Radfahren und 10,5 km Laufen. An meinem ersten Quadrathlon in meiner Heimat als „Deutscher“ teilzunehmen war auf jeden Fall ein interessantes Unternehmen.

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Beliebteste Disziplin war deswegen mit Abstand das Schwimmen – auch bei so schlechten Schwimmern wie ich ?. Das „ungarische Meer“ verzauberte auch Lisa und Stefan, die zum ersten Mal dort waren. Das Schwimmen im weichen, süßen Wasser ist für mich auch jedes Mal ein besonderes Erlebnis. Die Strecke war diesmal 3 x 600 m, also zweimal mit Landgang, wo die Zuschauer die Sportler hautnah erlebt und angefeuert haben.

Beim Paddeln durfte ich zum ersten Mal ein V12 Epic Surf Ski fahren. Handhabung, Einstieg, Sitzposition und Lenkung ist für jeden Rennbootfahrer erst mal gewöhnungsbedürftig, aber der 6,50 langer Schiff glitt sehr elegant auf dem äußerst ruhigen Wasser. Das Boot ist sehr wendig, reagiert sensibel auf die kleinsten Wellen, aber schnell spürt man auch seine Stabilität, so dass man sich beim Genuss der einmaligen Landschaft nur noch auf die Vorwärtsbewegung konzentrieren konnte. Am Ende der Paddelstrecke musste man vom Boot ins hüfttiefe Wasser springen, da das Ufer recht steinig und steil ist – nun das liegt überhaupt nicht in der Natur eines Kanuten, das Schiff auf dem Wege zu verlassen. Dementsprechend unelegant habe ich es wahrscheinlich auch ausgeführt ?.

Nach kurzer Trinkpause in der Wechselzone ging’s auf die ziemlich selektive Radstrecke. Zuerst 5 km nur aufwärts, und dann durchgehend hoch und runter auf dem richtig guten Asphalt. Jedes von den 30 Zahnrädern und das Trainingslager haben sich bezahlt gemacht, Gott sei Dank spiegelte es sich auch auf meiner Radzeit wieder, nachdem ich eine Minute schneller war als der letztjähriger Weltmeister.

Die nach dem immer noch nicht ganz fertig mit der Welt waren, durften auf der abschließenden Trail-Laufstrecke die schattige Abschnitte suchen. Das Streckenprofil war recht einfach: 5 km Steige, 5 km Gefälle und vollständigkeitshalber 500 m flach. Die sehr bescheidene Laufzeiten belegen wie schwer die Strecke war, bzw. in welcher Verfassung die Athleten nach 3-4 Stunden sporteln in der Hitze waren.

Die, die nach all dem noch am Leben waren, durften sich am Tag danach beim Duathlon (12 km Paddeln und 45 km Radfahren) endgültig „wegschießen“. Da ich nur noch halb am Leben war, habe ich mit meiner Freundin Natália ein Staffel gemacht, nachdem sie bei Quad etwas mehr Tribut als gedacht zahlen musste. Es hat riesen Spaß gemacht, und selbst so erfahrene Sportlerinnen wie die Lisa konnten wir so richtig überraschen 😉

Ich kann diesen Wettkampf jedem empfehlen, der die tolle Landschaft, tolle Organisation, tolle Küche und nette Leute kennen lernen möchten!

László

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