Hu hu hu, wer bist denn Du? Nachtfahrt der UKF-Jugendgruppe

Ulla, dürfen wir schon aufs Wasser?“ „Nein, wir warten noch auf unsere Pfuhler Fußballer!“ „Wann dürfen wir dann lospaddeln?“ „Bald!“

Sie könnens mal wieder nicht erwarten loszulegen, so ungeduldig ist unsere Jugend, so viel Freude macht ihnen das Paddeln. Es war ein Freitag Abend Ende September 2016, 5 Begleitpersonen: Jugendwartin Sonja, Fahrtenleiterin Dagmar, Patrick, Klaus und Ulla, 1 Papa ganz mutig und noch 12 Kids, davon viele Mädels.

Wir warteten auf der Iller-Kiesbank bei Wiblingen im dunkler werdenden Dämmerlicht und beobachteten das Spiel der Fledermäuse gegen das leuchtende Orange des westlichen Abendhimmels. Dagmar und Ulla konnten sich mal wieder nicht einigen, ob es sich jetzt um die große Hufeisennase oder das braune Langohr handelt. Meistens hat Dagmar mit ihrem computerähnlichen Gedächtnis ja recht.

Endlich kamen unsere beiden Fußballstars, ganz abgekämpft aber glücklich nach ihrem Sieg und ruck zuck saßen auch schon alle in ihren Tupperschüsseln, zuvor noch von Sonja mit Schokokeksen verköstigt und gestärkt für das spannende Abenteuer.

Und während die kleinen Männer schon vorauseilten, im mittleren Teil mehr die Gemütlichen und die Damen paddelten, bildete Ulla beleuchtet mit ihrem Hundehalsband und einigen Genießern den Schluss der großen Gruppe. Ein bisschen anders wars ja schon als mit hellem Tageslicht wie sonst gewohnt. Man kam mehr ins Fühlen hinein, ein ganz anderes Paddelerlebnis. Es machte riesig Laune.

Ein Graureiher krächzte aufgeschreckt aus seinem Nachtquartier in den Bäumen hoch. Wir erschraken, es klang irgendwie mystisch in der leichten Dunkelheit. Unsere Mädels bildeten mit ihren Booten eine „Insel“ (alt: Päckle), plapperten und kicherten, legten sich aufs Oberdeck und suchten Sterne am fast schon ganz dunklen Himmel. Und sie genossen den mitgebrachten Tee in kleinen, vornehmen Schlückchen, fast wie in einem gemütlichen Cafe´.

Der Wasserstand ließ ein wenig zu wünschen übrig, herbstlich flach, so dass wir ganz nur gemächlich dahinzogen. Noch zwei Graureiher, fliegend, auf der Suche nach ihrem Schlafplatz, sie zogen eiligst vorbei. Ansonsten eine ungewohnte Stille, die besonders Dagmar und Ulla am Schluss der Gruppe genossen. Das Alter!

Die Gruppierungen wechselten, manche fuhren Slalom durch und in die Boote, alles war ständig in Bewegung und hatte Spaß am Paddeln. So waren wir schnell an der Illerspitze angelangt und fuhren links in die Donau ein. Da noch keiner der Kiddies hier gepaddelt war, wunderten sie sich und schimpften, weil ihr Kajak dauernd nach links ausbrach. Aber unsere Jugend lernt schnell dazu.

Nächstes Hindernis bildete links der Donau-Seitenkanal, der vom nahen Kraftwerk her fließt. Alle Boote trieb es in die Mitte der Donau und es war schwer den Kurs am Uferrand zu halten. Vereinzelt war Gemaule zu hören, vor allem über die Tatsache, dass man jetzt so lange gegen die Strömung paddeln musste. Zu sehen waren nur Umrisse, schemenhaft , die sich am Ufer als dunkle Schatten entlang bewegten. Huch, huhu, wer bist denn Du?“ Eine häufige Frage, da alle nur noch schwarz aussahen. Ein Angler machte freundlich seine Taschenlampe am Ulmer Ufer an, so dass wir einen großen Bogen um seine Angel paddeln konnten. Vereinzeltes Geschimpfe, ob des flussauf-Paddelns, war nun deutlicher zu hören. Ein Vorsichtiger schaltete seine helle LED-Lampe an, damit er sieht, wo es hin geht, doch die Truppe echote deutlichst: „Mach die Lampe aus, es blendet!“ Nix wars mit Licht, wo doch Ulla so die Vorteile des Fühlens beim Paddeln pries. Na ja, scheint wohl Ansichtssache zu sein.

Endlich kam die erlösende Frage von Sonja: „ Möchtet Ihr noch weiter hoch paddeln?“ Die Antwort war eindeutig: „Nein!“ schrien alle und schon drehten die Boote um. Die Nachzügler hatten es jetzt besonders schön, denn sie bildeten nun die Spitze der Paddelgruppe. Deutlich ging es nun schneller vorwärts, nicht nur der Strömung wegen, sondern anscheinend lockte schon die warme Dusche des Bootshauses in jedem paddelnden Köpfle und ließ die Schlagzahl verdoppeln.

Merklich kühler ist es inzwischen geworden, vor allem die Finger wurden ein wenig kühl bei diesem Bummeltempo. Doch wir wurden sogar noch mit einem herrlich klaren Sternenhimmel belohnt. Ein fast unwirkliches Gefühl so dahinzutreiben und auf dem Rücken liegend in den Himmel zu schaukeln. Ruhig und harmonisch klang unsere kleine Fahrt aus. Gott sei Dank alle 17 Teilnehmer wieder heil heim gebracht, keinen in der Nacht irgendwo vergessen. Die heiße Dusche im Bootshaus war heute noch herrlicher als sonst. Wie schön, dass wir ein so komfortables Bootshaus haben. Und dann stärkten wir uns alle an heißem Tee, Keksen, Marmorkuchen von Dagmar frisch gemacht und sogar Lebkuchen. Eine gelungen, schöne Fahrt, danke an alle Teilnehmer und vor allem unsere super Jugend mit ihren Eltenrn!

Paddeloma Meisenknödel