Die Fahrt sollte von Waren nach Eriskirch gehen, ca. 18 km. Ein beschaulicher Wanderfluss in einer verschneiten Winterlandschaft.
Wir kannten beide den Fluss nicht und hatten so das Problem, dass wir einen geeigneten Ein-und Ausstieg finden mussten. Da wir nur mit einem Auto am Start waren, sollten sie in der Nähe von Bahnhöfen sein. Der erste mögliche Ausstieg war beim Flughafen Friedrichshafen, hatte aber das Handicap, dass das Ufer zu steil zum Aussteigen war und zudem noch von einer 2 Meter breiten Eisschicht blockiert war. So fuhren wir noch ein Stück weiter und entdeckten unter einer Straßenbrücke in Eriskirch eine Möglichkeit anzuladen. Da es hier auch einen Bahnhof hatte, ließen wir das Auto gleich mal stehen und hasteten zum Bahnhof. Natürlich nahm der Fahrkartenautomat heute ausnahmsweise nur 5- und 10- Euro-Geldscheine an, nachdem der Bankautomat zuvor nur 20-Euro-Scheine ausgespuckt hatte. Dank unserer mitleidserregenden (oder vielleicht auch „närrischen“) Erscheinung in Neoprenhose und –schuhen bot uns aber ein sehr netter älterer Herr seine Hilfe an und spendierte uns Fahrkarten nach Friedrichshafen. Gott vergelt`s! Unglücklicherweise mussten wir in Friedrichshafen umsteigen und hatten jetzt 60 endlos lange Minuten Zeit das Faschingstreiben zu genießen. 2 Minuten länger und wir wären an einem Blutgerinsel in unseren Schädeln verendet („Humpahumpatäterääää“). Zum Glück war der Zug pünktlich… er hätte wegen uns aber ruhig ein paar Minuten zu früh kommen können,
Vom Bahnhof Oberzell brauchten wir jetzt nur noch schnell, den Gleisen folgend, 40 Minuten zum Kanadier zurück zu laufen. Als wir endlich am Einstieg standen war es kurz nach 16 Uhr, also keine Zeit verlieren, das hatten wir an diesem Tag schon zur Genüge getan.
Die Paddeltour musste in Anbetracht der hereinbrechenden Dunkelheit etwas flotter abgespult werden. Wir wussten nicht wirklich wie lange die Tour gehen würde. Es gab ein paar Schilder die vor irgendwelchen „gefährlichen“ Wehren warnten (die sich als Blockwurfwehrchen von ca. 30 cm Höhe herausstellten), doch nachdem wir uns diese angeschaut hatten, sind wir sie dann auch gefahren. Es ging gerade durch und das Einzige, was passieren konnte war, dass wir einen guten Schluck Wasser im offenen Kanadier aufnahmen. Es war eher problematisch das Wasser wieder loszuwerden, da wir nicht überall anlanden konnten (dicke Eisschichten am Ufer). Als das Licht immer dunkelrötlicher wurde, haben wir sehnsüchtig hinter jede Biegung gespäht und waren froh im wirklich allerletzten Licht und hereinbrechender Kälte endlich aussteigen zu können. Jetzt noch schnell zu unserem Schlafplatz fahren und dann kochen und ins Bett.
Wir wollten eigentlich den ganzen Winter schon mal zum Wintercampen gehen, doch kam es wie immer aus irgendwelchen Gründen nicht dazu. Heute sollte es aber soweit kommen. Die Temperaturen waren nicht so eisig … und wir hatten ja noch die Flasche Glühwein.
Doch da war ja noch die Sache mit dem einen Streichholz.
Wir hatten unseren Spirituskocher, die Gaslaterne und unsere Kochkiste dieses Jahr noch nicht ganz so gut organisiert. Es gab leider kein Feuerzeug mehr in unserer Ausrüstung. Doch es gab ein einziges Streichholz das in einer zerdrückten Streichholzschachtel am Grunde der Kochkiste auf uns wartete. Und wie gesagt, zwei Feuerstellen, die bedient werden mussten. Das ganze Gezündel fand im Auto statt und nachdem dieses kleine hoffnungsbringende längliche Stückchen Holz sich tatsächlich entzündet hatte ohne dass der feucht-aufgeweichte Zündkopf sich ohne Zündung von seinem hölzernen Brennelement entfernt hatte, wurde erst mal ein mit Spiritus getränktes Papier angesteckt. Mit dem wurde dann der Kocher gestartet und das Hölzchen wurde in einem Zuge in die Laterne geschoben; da war sogar noch was Streichholz übrig!!! Sportlich wurde es nochmals als wir den Kocher „nachtanken“ mussten. Die leicht brennbare Flüssigkeit in den brennenden Kocher zu schütten, bedarf einer gewissen Abgebrühtheit, macht aber in der Dunkelheit sehr schöne Lichtspiele. Kaum hatten wir unseren Glühwein getrunken, verschwanden wir auch schon in unserem „Schlafwagen“ und haben uns solange es ging in unseren Schlafsäcken verkrochen. Der immer stärker werdende Regen machte uns das Aufstehen auch nicht gerade leichter. Obwohl unsere nassen Paddelklamotten nicht zu einem Eisblock gefroren waren, wollten wir lieber ins Thermalbad gehen, als noch einmal aufs Wasser.
Und das nächste mal haben wir mit aller Sicherheit Fahrräder und Feuerzeuge mit dabei.
Kuckst Du…
Schussen3 – MyVideo